Unterwegs in der Natur - unterwegs zu sich selbst...

Es ist mein Wunsch, Menschen für eine Reise in die Natur begeistern zu können. Ich lade ein, zu einer Reise zu sich selbst. Das einzige, worauf es ankommt, ist die Offenheit für die Schönheit der Natur, des Lebens und der Wirklichkeit,so wie die Natur sie uns zeigt.  

Das Feuer wird ein zentrales Thema sein, als notwendiges Element für unser Wohlbefinden und dem Stillen unserer Bedürfnisse nach Wärme, Geborgenheit und Nahrung. Wo ein Feuer brennt versammeln sich die Menschen. 

Wir übernachten draussen, geschützt durch einen gut eingerichteten Schlafplatz.   

Ich habe oft erfahren, dass viele Menschen in ihren anspruchsvollen Aufgaben sich selber abhanden gekommen sind. Sinnsuche und Selbstheilung sind in unserer Zeit je länger, je mehr ein Thema. In der Natur können wir Impulse für eine lebensbejahende Ausrichtung finden. Öffnen wir uns der Wirkung des elementaren Lebens, erleben andere Einsichten und Aussichten und freuen uns miteinander im Wohlbefinden darin. Das wirkt sich auf unsere Lebensqualität aus, die auch von unserer inneren Haltung abhängt. 

Allgemeine Ziele: 

  • Naturerlebnis, eine Gegend kennenlernen
  • Gemeinschaftserlebnis 
  • Erholung 
  • emotionale und soziale Sicherheit 
  • gutes Essen, wir kochen morgens und abends über dem Feuer, am Mittag gibt es Lunch
  • heitere Gruppenstimmung 
  • Naturzusammenhänge entdecken 

 

Mögliche individuelle Ziele: 

  • sich aufgehoben fühlen in der Natur, Vertrauen entwickeln und sich die Auseinandersetzung mit den einfachen Umständen zumuten, z. B. an einem selbstgewählten Platz übernachten. 
  • Zu sich finden im grossen, offenen Naturraum, der erwartungslos, absichtslos und geduldig ist 
  • Neuorientierung 
  • Distanzgewinnung 
  • Entdecken von eigenen Ressourcen in einem anderen Lebenszusammenhang 

 

Wie sind wir unterwegs?                                       

  • Wir nehmen nur mit was wir dringend brauchen. Das Gemeinschaftsmaterial wird aufgeteilt. 
  • Wir suchen unser eigenes Tempo, sind nicht leistungsorientiert.
  • Wir sind auf weichen Pfaden unterwegs (kein Klettern).
  • Probieren spielerische Formen vom Unterwegsein aus, topographisches Gehen, folgen einem Wasser, überschreiten einen Pass, besteigen einen Gipfel ... 
  • Diese Inhalte begleiten uns: z. B. Metaphern, einfache Rituale, die Elemente ... 
  • Wir hinterlassen keine Spuren.


Für die Nacht suchen wir uns jeweils einen geeigneten Platz. Wir brauchen dazu flaches Gelände, eine Kochstelle, Wasser und Holz in der Nähe, Stille, Bäume um Schlafplätze einzurichten, wenn möglich Morgensonne. 

Das Erlebnis ist ein ganzheitlicher Akt der Körper, Seele, Bewusstsein und Emotionen anspricht. Im Spannungsmoment eines Erlebnisses zeigt sich etwas Neues, etwas für die Person bisher Fremdes oder Überraschendes. Die entstehenden Herausforderungen erlauben, neue Möglichkeiten auszuprobieren und Lösungen zu entwerfen. Erlebnisse werden so zu prägenden Selbstwirksamkeitserfahrungen. 

Unterwegs Agenda 2021


Jura 10. - 12. September
 

Treffpunkt Freitag Nachmittag:
Baar, Bahnhof, 14.00 Uhr 

Wald, Bahnhof, 14.00 Uhr 

Ste-Croix, Bahnhof, 14.00 Uhr 

Rückreise: Sonntag Nachmittag, vom Zielort zurück zum Treffpunkt 

Investition: Anreise zum Treffpunkt, individuell. 
Das Essen wird gemeinsam eingekauft. Die Kosten und das Gewicht werden aufgeteilt,
Materialanteil und Honorar: Selbsteinschätzung Fr. 200 - 270

Versicherung ist Sache der TeilnehmerInnen.

Erfahrungsberichte

Unterwegs im Naturraum, unterwegs zu mir

Lac de Blanchemer

Rückblick auf ein für mich außergewöhnliches Wochenende.

Nach einer schönen Fahrt wurden wir herzlich von Monica in La Bresse empfangen. Sie wartete geduldig bis wir mit einer halben Stunde Verspätung ankamen und gleich ging es weiter zum Lac de Blanchemer. Nach der Begrüßung des Sees brachten wir unsere Habseligkeiten zu unserem Lagerplatz. Spätestens bei dem Rundgang um den See hatte ich den Eindruck dass der Alltag schon sehr weit hinter mir liegt und ich mich ganz auf das Hier und Jetzt einlassen kann.

An diesem Wochenende spielte das Feuer eine bedeutende Rolle. An unserem großen Feuer sorgten wir mit vielen Köstlichkeiten für unser leibliches Wohl. Ich war nur am Staunen, wie mit ganz einfachen Mitteln die leckersten Mahlzeiten gekocht wurden. Besonders beeindruckend war für mich das Bauen eines Backofens in dem ein Hefezopf gebacken wurde. Es wurde nicht nur für das äußere Wohl gesorgt sondern auch für das innere Wohl. Am Feuer ergaben sich immer wieder sehr intensive Gespräche. Jeder hatte zusätzlich noch ein kleines, ganz privates Feuer das nur für mich brannte, äußerlich sichtbar aber auch innerlich.

Das Beschäftigen mit der Frage "Was gibt mir Sicherheit" hat mir wieder ganz neue Dimensionen eröffnet und gezeigt wie wenig für meine Sicherheit wirklich wichtig ist. Im Alltag schiebt sich viel Ballast dazwischen und verdunkelt mir den Blick auf das wirklich Notwendige. Vier Punkte die ich für meine Sicherheit brauche habe ich auf einen Stein geschrieben und in der Mitte des Sees versenkt und damit auch in meiner Mitte.

Bei dem Gedanken im Freien zu schlafen war es mir im Vorfeld etwas mulmig zumute. Es könnten ja ungebetene Gäste (Tiere) kommen und mich erschrecken. Aber sehr schnell merkte ich, dass selbst das Röhren von Hirschen beruhigend auf mich wirkte und ich mit mir und der Natur eins war.



Mein Wochenende im Freien
Lac de Blanchemer

Ich heiße Betina Csanitz, bin 47 Jahre alt und komme aus Karlsruhe.

Mein Leben teile ich mit meinem Mann, unserer 15 jährigen Tochter und unserem 11 jährigen Sohn.

Zu diesem Leben gehören neben meinem Beruf - ich bin Bibliothekarin - mehrere Haustiere.

Im November 2007 ist mir Brustkrebs diagnostiziert worden, was meine Familie und mich in den Grundfesten erschüttert hat. Nach der Akut-Therapie (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung und Anschlussheilbehandlung) bin ich Anfang 2009 wieder ins Alltags- und Berufsleben zurückgekehrt. Seit 18 Monaten besuche ich eine Selbsthilfegruppe für Frauen nach Krebs. Dort habe ich von Monica Eichenberger und ihrer Arbeit gehört und mich zu folgendem Wochenende angemeldet:

Unterwegs im Naturraum, unterwegs zu mir

11. - 13. September 2009

Gemeinsam mit einer ebenfalls Brustkrebs-erkrankten Frau aus meiner Selbsthilfegruppe mache ich mich am Freitagmorgen auf den Weg nach La Bresse in den Südvogesen. Dort treffen wir uns mit Monica für unser Wochenende zu dritt. Gemeinsam fahren wir an den Lac de Blanchemer, wo Monica am Seeufer unser Basislager aufgeschlagen hat. Von diesem Mittelpunkt aus begebe ich mich mit Christel und doch alleine in den nächsten drei Tagen auf meinen - von Monica angeleiteten - Weg zu mir selbst:

ich bewege mich in immer größeren Kreisen um den See

ich lerne nur mit Streichhölzern und Holz ein Feuer zu entfachen

ich suche mir eine eigene Feuerstelle, an der ich - mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen Monicas - selbst kleine Feuer entzünde und erhalte

ich lerne, wie ich mir mit einer Plane und Schnüren einen geschützten Schlafplatz einrichte

ich suche mir einen Schlafplatz im Wald und richte mir ein Biwak ein

ich sammle Holz für unser gemeinsames Feuer

ich bereite mit Christel und Monica am gemeinsamen Feuer wunderbare Speisen und heiße Getränke zu

ich schlafe ganz alleine im Wald und erfülle mir damit einen Kindheitstraum

ich komme ohne Toilette, Dusche und warmes Wasser zurecht

ich baue mit Christel und Monica einen Ofen aus Steinen und backe darin einen Butterzopf

ich schwimme im eiskalten See - obwohl es verboten ist - und finde es herrlich

ich esse und trinke am Lagerfeuer und genieße dabei die Natur

ich paddle mit einem Kanu über den See

ich finde vier Begriffe die für mich Sicherheit bedeuten

Nach zwei außergewöhnlichen Tagen und noch außergewöhnlicheren Nächten fahre ich am Sonntag wieder nach Hause zu meiner Familie und meinem "normalen" Leben. Das, was ich am Lac de Blanchemer erlebt und mit Monicas Hilfe über mich und meine Fähigkeiten gelernt habe, nehme ich mit in meinen Alltag – was vielleicht das größte Wunder eines wunderbaren Wochenendes ist.

Ich habe meinen Bericht in Stichworten gehalten, weil das was ich dabei erleben, erfahren und empfinden durfte den Rahmen sprengen würde. Wer wissen möchte, wie sich so ein Wochenende anfühlt, muss sich selbst auf den Weg machen. Ich kann jedem empfehlen, sich unter Monicas Obhut einige Tage auf sich selbst einzulassen.